Andere streifen leiser an der Interzone Kunst/Realität entlang: Frans Jacobi hat seine Kücheneinrichtung nach Louisiana transferiert, S0ren Jensen hat beklemmend grünliche Objekte zwischen autonomer Form, Knast, Käfig und Ärmer Wohnen zusammengebaut und Jytte H0y erlöst durch minimale Eingriffe Plastiktüten, Spanplattenreste und andere Quisquilien ins Kunstvolle. Solcher intelligenten Ding-Poesie steht die Gruppe Superflex gegenüber. Sie liefert politische Realität pur, nutzt das Museum als Forum, um für ein Biogas-Projekt in Afrika zu werben, und läuft damit Gefahr wie viele Info-Stände als Belästigung ignoriert zu werden. Anders die schlicht-realistischen Frauenporträts der flugbegeisterten Malerin Simone Aaberg Ka;rn. Sie zeigt eine lange Reihe von Pilotinnen des Zweiten Weltkriegs. Durch ihre lapidare Unmittelbarkeit rufen diese sekundären, weil nach Fotos gearbeiteten Bildern Mut und die Risikobereitschaft dieser Fliegerinnen wirkungsvoller ins Gedächtnis als manches Dokument und belegen, daß mitunter die einfachste ästhetische Lösung die nachhaltigste Botschaft bergen kann.
Textportrait: Andy Warhol.
Nachrichten: Marvin Gralnick, Galerie Andreas Brüning Düsseldorf - Ausstellung (Titel): Paintings - From North Carolina Termine: Voraussichtlicher Zeitraum der Ausstellung: 23.10.09 - 28.11.09. Kunst & Kultur-Info: Düsseldorf. Künstler (Texte) informationen von Marvin Gralnick: Read more
Beide betonen die Flüchtigkeit des Augensinns und die Nachhaltigkeit des bedeutend bedeutungslosen Moments als Erfahrung. Daß sich in der Kunstwelt die es-sentials bisweilen im Trubel verwischen, schadet nicht. Sie verwandeln sich und kehren wieder. Kultur und Allgemeines: carlier - gebauer Berlin, Tomasz Kowalski - Kunstausstellung mit dem Titel: (Tomasz Kowalski) Termine: Zeitraum der Ausstellung: 10.09.09. Künstlerbiografie sowie Kunsttexte, Inspiration und Medien über Tomasz Kowalski: Read more
Die Gruppe von Studentinnen des freien fachs der Abteilung Architektur der FU Berlin zeigt ein Modell des Projektes “One Alexander Place”. Dies stellt jedoch nicht die Zukunftsplanung, die ästhetische Gestaltung oder die Hightech-Architektur (C.O.M - Kunstkalender) vor, die den Betrachterinnen ein Versprechen der neuen Stadt geben sollen, denn die Modelle erhalten nur einen geringen realistischen Wert. Statt dessen geht es um die Visualisierung und Reflexion der Kapital ströme, die zwischen den städtischen und privatwirtschaftlichen Institutionen fließen, und um die daraus resultierenden Wertschöpfungsprozesse: Dafür stehen hier die Straßen, die Modellgebäude und Symbole, die begehbar sind und nach Art einer Psychogeo-grafie eine analytische Perspektive auf den Molloch werfen.
Alice Creischers Arbeit dagegen wendet sich dem künstlerischen Produktionsprozeß zu, der sich als ein vager Balanceakt zwischen Opposition zu und Kritik am Markt herausstellt. Ein kleines, auf den Kopf gedrehtes Modell von Creischers Wohn-Ar-beits-Einheit wird von einer Schleife durchrollt, auf der eine Textmontage das beständige Sondieren der künstlerischen Produktion zwischen radikaler Verweigerung und kritischer Partizipation thematisiert; in Anlehnung an ein Marx-Zitat ist das Thema ihres Videos “Arbeit und Ohnmacht”. Mehr zu dem Thema finden Sie unter: Kulturspiegel.
